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2026 EY-Trendbarometer Immobilien-Investmentmarkt Österreich

Das Jahr 2026 markiert einen Wendepunkt für den österreichischen Immobilien-Investmentmarkt. Nach einer Phase der Unsicherheit stehen die Zeichen nun auf Konsolidierung und gezielte Weiterentwicklung.

Die Branche bleibt weiterhin mit Herausforderungen wie Restrukturierungen, Refinanzierungsdruck und einer anhaltenden Insolvenzwelle konfrontiert.

Die aktuellen Umfrageergebnisse zeigen, dass sich Erwartungen und Strategien der Investoren verändern. Die Attraktivität des Standorts wird differenzierter bewertet, für das Investmentvolumen wird mehrheitlich eine Seitwärtsbewegung prognostiziert, und die Preisprognosen sind von Vorsicht geprägt.

Megatrends wie Künstliche Intelligenz und ESG bestimmen zunehmend die strategische Ausrichtung der Unternehmen. Die Bereitschaft, neue Technologien zu integrieren und nachhaltige Lösungen zu entwickeln,wächst spürbar.

2026 steht somit für einen Markt, der aktiv nach Chancen sucht – durch neue Finanzierungsmodelle, flexible Nutzungskonzepte und die konsequente Ausrichtung auf Nachhaltigkeit und Digitalisierung.

Standortattraktivität

Die Attraktivität Österreichs als Standort für Immobilieninvestments wird 2026 differenziert bewertet. 5 % der Befragten sehen Österreich als „sehr attraktiv“, 54 % als „attraktiv“ und 41 % als „weniger attraktiv“. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Einschätzung verschlechtert.

Investmentvolumen

Die Entwicklung des Investmentvolumens wird als stabil und gleichbleibend angesehen.

Für das Jahr 2026 rechnen 12 % der Befragten mit einem Anstieg des Investmentvolumens. 59 %erwarten eine unveränderte Entwicklung. 29 % gehen von einem sinkenden Volumen aus. Im Vorjahr rechneten noch 37 % mit einem Anstieg und 18 % mit einem Rückgang.

Immobilienmarktumfeld -Renditen

Über alle Assetklassen hinweg werden im Wesentlichen gleichbleibende Renditen prognostiziert.

  • Wohnen: 42 % erwarten stagnierende Renditen, 30 % einen Rückgang und 28 % einen Anstieg der Renditen.
  • Büro: 73 % erwarten 2026 stagnierende Renditen, 18 % einen Rückgang sowie 9 % einen Anstieg der Renditen.
  • Hotel: 54 % erwarten stagnierende Renditen, 24 % einen Rückgang und 22 % einen Anstieg der Renditen.
  • Retail: 58 % erwarten stagnierende Renditen, 25 % einen Rückgang und 17 % einen Anstieg der Renditen.

Dr. Stephan Gröss, Partner, EY Law Sector Leader Real Estate, Hospitality and Construction Austria

Transaktionsmarkt

Der Immobilientransaktionsmarkt zeigt sich 2026 stabil, ist jedoch weiterhin von Vorsicht geprägt. Rund die Hälfte der Befragten (48%) erwartet für 2026 ein gutes Jahr am Markt, während 52% diese Einschätzung nicht teilen.

Eine deutliche Mehrheit der Befragten (83%) betrachtet Immobilien weiterhin als verlässliche und sichere Anlageform, insbesondere im Vergleich zu anderen Anlageformen.

Gleichzeitig nähern sich die Preisvorstellungen von Käufern und Verkäufern an (59 % Zustimmung), was die Grundlage für eine steigende Transaktionsbereitschaft schafft.

Portfoliotransaktionen werden von 63 % als attraktive Anlageform für Immobilien im Gegensatz zu Einzeltransaktionen angesehen.

Investmentfokus

Das Wohnsegment, der Gesundheitsbereich und Data Center zählen im Jahr 2026 zu den bevorzugten Asset-Klassen der Befragten.

Dahinter folgen Büroliegenschaften, Logistik und Hotels, die ebenfalls eine wichtige Rolle im Investmentfokus einnehmen. Einzelhandelsimmobilien, vor allem Shopping-Center stehen weniger im Fokus.

Etwa ein Viertel der Befragten gibt an, im Jahr 2026 keine Immobilieninvestments zu planen.

Kaufpreisentwicklung

Für den österreichischen Immobilienmarkt wird insgesamt von einer Phase der Preisstabilisierung ausgegangen. Die Mehrheit der Befragten erwartet über die meisten Asset-Klassen hinweg konstante Kaufpreise, sowohl in primären als auch in sekundären Lagen. Primäre Lagen werden dabei positiver eingeschätzt als sekundäre Lagen.

Megatrends: Künstliche Intelligenz (KI)

Ein signifikanter Teil der Befragten beschäftigt sich bereits intensiv mit der Integration von Künstlicher Intelligenz in bestehende Geschäftsmodelle. Während nur 12 % der BefragtenKI weiterhin als wenig relevant einschätzen, nutzen 21 % der Befragten entsprechende Anwendungen bereits regelmäßig im operativen Alltag.

Der größte Nutzen von KI wird von der Mehrheit der Befragten in der Analyse und Verarbeitung großer Datenmengen gesehen, insbesondere zur Unterstützung von Entscheidungs-und Steuerungsprozessen.

Megatrends: ESG

ESG-Kriterien gewinnen im Immobilieninvestment weiterhin deutlich an Bedeutung. Ein Großteil der Befragten geht davon aus, dass sich Preisunterschiede zwischen ESG-konformen und nicht ESG-konformen Liegenschaften weiter vergrößern werden.

Gleichzeitig wird mehrheitlich erwartet, dass eine taxonomiekonformeAusgestaltung den Zugang zu günstigeren Finanzierungen erleichtert, während die EU-Taxonomie allein von vielen Marktteilnehmern nicht als ausreichender Bewertungsmaßstab angesehen wird.


Titelfoto von Uri Pernalete auf Unsplash

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